Blog

Artikel

Workshop „Science2Business“

16. September 2025

Alexandra Mazak-Huemer

stv. Geschäftsführerin

Österreich investiert zwar überdurchschnittlich stark in Forschung und Entwicklung, dennoch zeigt sich eine deutliche Input-Output-Diskrepanz: Die eingesetzten Ressourcen erzielen nicht den erwarteten Erfolg. Gerade die Fähigkeit, Innovationen rasch zu kommerzialisieren und zu skalieren, ist jedoch ausschlaggebend für eine robuste und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit im globalen Umfeld.

Im Rahmen der Diskussion mit Brigitte Ecker (Geschäftsführerin WPZ Research GmbH), Oliver Holle (CEO & Managing Partner Speedinvest), Maria Kollmann (Vice President Government Affairs, AVL List GmbH), Georg Kopetz (Co-Founder & CEO TTTech AG, Ratsmitglied FORWIT), Wolfgang Platz (Geschäftsführer Katharo Ventures) und Sok-Khen Taing (Co-Founder Dynatrace Inc.) stand daher die zentrale Frage im Mittelpunkt, wie sich Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung effizient in wirtschaftlichen Erfolg übersetzen lassen, um die Wertschöpfung langfristig am Standort Österreich zu sichern.

Vorgestellt wurden erste Ergebnisse der vom FORWIT im Rahmen der Arbeitsgruppe Wettbewerbsfähigkeit in FTI durchgeführten Sondierungsstudie „Science2Business“. Hierzu wurden Vertreter:innen unterschiedlicher Unternehmen und Branchen befragt, um bestehende Barrieren in der Kommerzialisierung und Skalierung von Forschungsergebnissen zu identifizieren – ebenso wie erfolgreiche Best-Practice-Ansätze.

Deutlich wurde dabei, dass Forschung von Beginn an marktnah gedacht werden muss. Entscheidend ist eine schnelle Übersetzung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte („Speed-to-Product“). Die Podiumsdiskussion betonte hierfür insbesondere den gezielten Aufbau von Humankapital. Kritisch hervorgehoben wurden eine teilweise übervorsichtige Regulierung sowie ein fehlendes Mindset: Forschende denken oftmals nicht in Geschäftsmodellen und tun sich schwer, ihre Rolle in der Wertschöpfungskette klar zu verorten. Statt den Markt frühzeitig mit einer funktionsfähigen, wenn auch nicht perfekten Lösung zu bedienen – wie dies etwa in den USA üblich ist – liegt der Fokus hierzulande häufig zu stark auf der „besten“ technischen Lösung.

Beim Thema „Product-Market-Fit“ zeigte sich, dass Forschung und Vermarktung nach wie vor zu wenig ineinandergreifen – ein Problem, das insbesondere im Start-up-Bereich sichtbar wird. Um Lösungswege aufzuzeigen, stellten die Diskutant:innen ihre Best-Practice-Beispiele vor. Systemisch wurde zudem die Frage aufgeworfen, ob in der Förderlandschaft eine Finanzierungslücke in der „letzten Meile“ der Innovationskette besteht.

Der Bericht zur Sondierungsstudie erscheint im ersten Quartal 2026.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag spiegelt die persönliche Sicht der Autorin/des Autors wider, nicht notwendigerweise die des FORWIT.