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Infografik

Das österreichische Hochschulsystem

13. Januar 2026

Thomas König

Geschäftsführer

Hochschuleinrichtungen bilden gewissermaßen das organisatorische Gerüst des Hochschulsystems. Um dieses System für die in Ausarbeitung befindliche Analyse des Hochschulsystems gesamthaft überblicken zu können, haben wir alle 77 Einrichtungen in Österreich erfasst, mit Kerndaten (Gründungsdatum, Ort, Zahl der Studierenden) versehen und nach Sektor-Zugehörigkeit kodiert. Die Grafik erlaubt es, jede Einrichtung genauer anzusehen und im Bundesgebiet Österreich zu verorten (bei Einrichtungen mit mehreren Standorten wird jeweils der offizielle Sitz genommen.)

Wenig überraschend konzentrieren sich die meisten Hochschuleinrichtungen jedes Sektors in den Ballungszentren Österreichs. Ins Auge sticht dennoch die Dichte an Einrichtungen in und auch um Wien. Auch in Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck sind mehrere Einrichtungen aus unterschiedlichen Sektoren angesiedelt. Demgegenüber sind es vornehmlich Einrichtungen aus den Sektoren der Fachhochschulen und Privathochschulen, die in die Fläche gesetzt sind.

Die Darstellung der Hochschuleinrichtungen auf einer Zeitachse ab 1955 (das Jahr, in dem mit dem Hochschul-Organisationsgesetz erstmals in der 2. Republik eine konsolidierte Rechtsnorm in Kraft trat) zeigt, dass die Zahl der Hochschuleinrichtungen in den vergangenen 20 Jahren stark angewachsen ist. Neben einer Reihe von Neugründungen – insbesondere bei den Privathochschulen – sind dafür auch Ausgründungen und Umtitulierungen verantwortlich. So wurden im Zuge der Universitätsreform die medizinischen Fakultäten als drei eigenständige Universitäten neu gegründet. Außerdem wurden bereits bestehende Einrichtungen formal als Hochschulen tituliert: dies war sowohl bei den Pädagogischen Hochschulen (bis 2005 Pädagogische Akademien) als auch bei den Kunstuniversitäten (bis 2002 Kunsthochschulen) so. Unter den Fachhochschulen gibt es mit der FH Militärwissenschaften eine Einrichtung, die tatsächlich bereits Ende des 18. Jahrhunderts gegründet wurde, lange als „Landesverteidigungsakademie“ bekannt war und vor wenigen Jahren formal als Hochschule neu tituliert wurde.

Die folgende tabellarische Darstellung ist schließlich insbesondere hinsichtlich der Größenunterschiede der einzelnen Einrichtungen interessant. Eine wesentliche Kennzahl hierbei ist die der Studierenden. Im Vergleich wird deutlich, dass Einrichtungen im Sektor der Privathochschulen ebenso wie jene im Sektor der Pädagogischen Hochschulen verhältnismäßig klein bleiben. Auch bei den Fachhochschulen ist eine gewisse Homogenität in der Größe (nach Studierendenzahl) gewährleistet. Anders stellt sich die Spannweite bei den öffentlichen Universitäten dar. Die Universität Wien ist mit 85.000 Studierenden fast dreimal so groß wie die Universität Graz, die als nächstgrößte Einrichtung knapp unter 30.000 Studierende umfasst. Auf der anderen Seite des Spektrums steht die Hälfte der verbleibenden öffentlichen Universitäten, die 5.000 oder weniger Studierende haben.