Bericht zur 8. Ratssitzung und Delegationsreise nach Berlin
Die 8. Ratssitzung des FORWIT fand in Verknüpfung mit einer besonderen Veranstaltung in Berlin statt: der Falling Walls Science Summit wird jährlich am 9. November anlässlich des Falls der Berliner Mauer ausgerichtet.
Der Falling Walls Science Summit versammelt Spitzenforscher:innen, Wissenschaftsmanager:innen sowie Vertreter:innen aus Politik und intermediären Organisationen. Die Teilnahme bot den Ratsmitgliedern des FORWIT die Gelegenheit, zahlreiche Gespräche mit jungen und arrivierten, kreativen Wissenschaftler:innen, Forscher:innen und Unternehmer:innen zu führen und das internationale Netzwerk des FORWIT zu stärken.
Im Rahmen der Konferenz wurden zwei Side Events des FORWIT organisiert. Mit Alena Buyx, Professorin für Ethik in der Medizin und Gesundheitstechnologien sowie Direktorin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an der Technischen Universität München, fand ein Erfahrungsaustausch zu wissenschaftlicher Politikberatung statt. Zudem gab es die Gelegenheit, Tayebeh Saghaei und Francesca Kastner, die Gewinnerinnen der diesjährigen Falling Walls Lab Pitches in Österreich, kennenzulernen.
Am Tag nach der Konferenz, dem 10. November, hatte der FORWIT die Möglichkeit, für seine Ratssitzung die Räumlichkeiten der österreichischen Botschaft in Berlin zu nutzen. Die beiden zentralen Themen der Ratssitzung betrafen die Implementierung des Arbeitsprogramms 2026 sowie eine Diskussion zu den im Regierungsprogramm verankerten FTI-politischen Vorhaben.
Der Aufenthalt wurde dazu genutzt, sich mit der neuen Vorsitzenden der deutschen Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI), Irene Bertschek, und deren Geschäftsstellenleiter Helge Dauchert auszutauschen. Während eines Flying Lunch fand ein intensiver Dialog über die Arbeitsweise von Beratungsstrukturen statt – aber auch darüber, welche inhaltlichen Schwerpunktsetzungen die beiden Räte verfolgen. Insbesondere wurden dabei Fragen erörtert, wie es gelingen könnte, dass in Österreich und Deutschland wissenschaftliche Forschungsergebnisse schneller in technologische Entwicklungen und erfolgreiche Unternehmen überführt werden könnten und welche Initiativen auf europäischer Ebene gemeinsam unterstützt bzw. verfolgt werden sollten, damit die entstehende Technologielücke des EU-Forschungs- und Wirtschaftsraums zu anderen globalen Regionen geschlossen werden könnte.
Einen weiteren Höhepunkt der Delegationsreise bildete die Podiumsdiskussion des FORWIT zum Thema „Wettbewerbsfähigkeit neu denken: Kapitalmarktunion, Start-ups und die Rolle der Politik in Europa“. Elisabeth Riederer (Gesandte) begrüßte rund 100 Gäste im Veranstaltungsraum der österreichischen Botschaft. Am Podium diskutierten Georg Kopetz (FORWIT), Irene Bertschek (EFI-Vorsitzende), Jano Costard (Deutsche Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND)) und Ron Melz (CEO von Spine Energy).
Der Tenor der Podiumsdiskussion war eindeutig: Deutschland und Österreich nehmen nach wie eine führende Rolle in wichtigen Bereichen wissenschaftlicher und technologischer Entwicklung ein, doch der internationale Wettbewerb ist intensiv und die erfolgreiche Markteinführung innovativer Produkte und die Diffusion neuer Technologien in die Unternehmen gelingt weniger gut. Insbesondere beim Zugang zu privatem Risikokapital bestehen Engpässe, die vor allem junge Unternehmen in der Wachstumsphase vor Probleme stellen. Eine Chance, Investor:innen in Europa zu halten und Wachstum und Stabilität zu erhalten, wird in der Harmonisierung von Finanzvorschriften und Schaffung neuer Finanzierungsinstrumente für grüne und digitale Investitionen, im Rahmen einer gemeinsamen Kapitalmarktunion gesehen.










Johannes Zinner/Parlament
Johannes Zinner/FORWIT