Blog

Infografik

Innovationsaktivität sinkt, digitale Transformation schreitet voran

16. Dezember 2025

Alexandra Mazak-Huemer &

Irfan Kačapor

 

Letzte Woche veröffentlichte die European Investment Bank (EIB) ihre Investment Survey 2025, in der Investitionen von Unternehmen analysiert und Herausforderungen wie etwa Digitalisierung, Handel und Einführung innovativer Technologien identifiziert werden. Ähnlich wie der FTI-Monitor zeigt auch die EIB-Studie, dass der Anteil jener Unternehmen, die in ihrem Markt oder weltweit neue Produkte und Verfahren einführen, kontinuierlich zurückgeht.

Im FTI-Monitor stellt der Indikator „Innovierende Unternehmen“ eine Basisauswertung nach Innovationsstatus dar. Er umfasst sowohl Produktinnovationen als auch neue oder merklich verbesserte Prozessinnovationen. Darüber hinaus werden unter anderem abgeschlossene Innovationsaktivitäten, laufende Innovationsvorhaben sowie kurz vor der Implementierung abgebrochene Innovationsaktivitäten berücksichtigt. Die Werte dieses Indikators basieren auf der Community Innovation Survey (CIS) von Eurostat. Bei der bisher letzten CIS-Datenerhebung (2022) lag Österreich mit 56,7 Prozent innovierender Unternehmen nur knapp unter dem Durchschnitt der Innovation Leaders. Die Zeitreihe im FTI-Monitor weist jedoch auf einen abnehmenden Trend hin, der sich auch in der aktuellen EIB Investment Survey bestätigt: Demnach gehen die Investitionen österreichischer Unternehmen in Innovationsaktivitäten zurück. Unternehmen, die innovative Produkte entwickeln oder einführen, lagen 2023 bei 43 Prozent. Dieser Anteil sank in den Jahren 2024 und 2025 auf jeweils 29 Prozent.

 

 

Positiv hervorzuheben ist hingegen, dass die Implementierung digitaler Technologien in österreichischen Unternehmen kontinuierlich zunimmt. Während der Anteil der Nutzung digitaler Technologien im Jahr 2023 bei 82 Prozent lag, stieg er bis 2025 auf 87 Prozent an. Dabei wird zwischen der Nutzung einer einzelnen Technologie (z. B. IoT-Sensorik zur Zustandsüberwachung von Maschinen) und dem Einsatz mehrerer Technologien (z. B. IoT in Kombination mit Big Data und KI) unterschieden. Auffällig ist, dass österreichische Unternehmen insbesondere im Produktionsbereich verstärkt auf den Einsatz multipler digitaler Technologien setzen. Auch die Nutzung von KI nimmt zu. Österreichische Unternehmen setzen einzelne KI-Tools insbesondere für interne Prozesse in den Bereichen Vertrieb, Marketing und/oder Kundenservice ein. Österreich liegt damit deutlich über dem EU-Durchschnitt. Dieser Trend zeigt sich auch im Bereich Künstliche Intelligenz des FTI-Monitors. Die Auswertung der Indikatoren im FTI-Monitor legt nahe, dass der Einsatz von KI derzeit noch auf einzelne Geschäftsbereiche beschränkt ist und nicht abteilungsübergreifend erfolgt. Entsprechend fehlt bislang eine strategische, unternehmensweite Verankerung von KI über Abteilungsgrenzen hinweg.