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Wissenschaftliche Politikberatung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive: Begriffe, Organisationsformen, Frameworks und Qualitätskriterien
Paul Buntfuß
Paul Buntfuß
Dieses Working Paper bereitet die wissenschaftliche Literatur für die Analyse von Beratungsgremien und -organen auf, die im Rahmen des Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (FORWIT) in Österreich durchgeführt wird. Ausgehend von Grundbegriffen wie Expertise, Evidenz und den damit verbundenen normativen Dimensionen werden Rollenmodelle für beratende Expert:innen diskutiert (u.a. Honest Broker, Issue Advocate). Anschließend folgt eine Analyse spezifischer Organisationsformen – von Gremien, Beiräten und Kommissionen über Chief Scientific Advisor-Modelle bis hin zu Ressortforschungseinrichtungen. Besonders berücksichtigt wird dabei die österreichische Praxis, die sich durch hybride Gremienstrukturen und die Einbindung verschiedener Akteur:innen auszeichnet. Abschließend wird der Frage nachgegangen, was „Qualität“ in wissenschaftlicher Politikberatung bedeutet und warum sie sich nicht allein über Effektivität bestimmen lässt, sondern immer auch über den Umgang mit Werthaltungen, Unsicherheiten und Konflikten.
Das Working Paper versteht sich als Plädoyer, in der Ausgestaltung von Expertise und wissenschaftlicher Politikberatung die Fragen nach Konflikten und Werthaltungen als zentrales Problem zu behandeln – ein Problem, das nicht durch weitere Evidenzen gelöst werden kann. Vielmehr zeigt es, dass Qualität nicht allein als Effektivität, sondern vor allem als Umgang mit normativen Konflikten und Spannungsverhältnissen zu verstehen ist, und lädt dazu ein, Politikberatung als politisch sensible, reflexive Praxis zu begreifen.
