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FTI-Monitor 2025: Österreichs Wettbewerbsfähigkeit in FTI

26. Mai 2025 — News

FORWIT/J. Zinner

Am Montag präsentierte der Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (FORWIT) den FTI-Monitor 2025, der Auskunft über die aktuelle Leistungsfähigkeit des österreichischen FTI-Systems gibt. Bei der Präsentation wurden neben neuesten Erkenntnissen über nationale Innovationsprozesse insbesondere die beiden heuer neu hinzugekommenen Bereiche Wettbewerbsfähigkeit in FTI und Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt gestellt.

Österreichs nationale Stärken bringen nicht automatisch internationale Spitzenpositionen

Eine im Auftrag des FORWIT vom WIFO durchgeführte Analyse beleuchtet, wie viele Patente in Österreich in verschiedenen Schlüsseltechnologien angemeldet werden und wie stark sich das Land darauf spezialisiert hat.

Dabei zeigt sich: In den letzten Jahren hat sich Österreichs Leistungsfähigkeit insbesondere in den Schlüsseltechnologien Photonik, fortgeschrittene Werkstoffe und Quantentechnologie deutlich verbessert – sowohl bei der Anzahl der Patente als auch beim Spezialisierungsgrad. So zählt das Land etwa in der Photonik in beiden Aspekten zu den internationalen Top 5. Auch in den Bereichen IT für Mobilität und Internet der Dinge gibt es Fortschritte in der Spezialisierung. Allerdings fällt das Land bei der internationalen Bedeutung und Zitationshäufigkeit der Patente oft zurück – ein Indiz für eine geringere wirtschaftliche und technologische Bedeutung. Länder mit einer deutlich höheren Anzahl an großen technologieintensiven Unternehmen wie die Schweiz, die USA oder Japan sind hier meist besser positioniert, entwickeln sich teilweise schneller und spezialisieren sich stärker, sodass Österreichs binnennationale Stärken nicht automatisch zu globalen Spitzenpositionen führen.

Wer in den Technologiewettläufen mithalten kann, kann überall mithalten.
Sylvia Schwaag Serger

„Für Österreich – aber auch Europa – muss es das Ziel sein, in Schlüsseltechnologien international wettbewerbsfähig zu werden. Wer in den Technologiewettläufen mithalten kann, kann überall mithalten. Denn solche Technologien sind geoökonomisch und wirtschaftlich bedeutende Querschnittsthemen, die alle Bereiche der Gesellschaft – von Bildung und Soziales über Wissenschaft hin zu Wirtschaft, Politik, Sicherheit und Verteidigung – gleichermaßen benötigen und betreffen. Stärke in Schlüsseltechnologien kann daher auch als Produkt der Stärke einer ganzen Gesellschaft gesehen werden“, meint Sylvia Schwaag Serger, stellvertretende Vorsitzende des FORWIT.

Unternehmen sehen verstärkt Barrieren für den Einsatz von KI

Als eine solche breite Querschnittstechnologie muss daher auch Künstliche Intelligenz unter anderem von Unternehmen sinnvoll und effektiv angewendet werden können, um international mitzuhalten. In der unternehmerischen Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) holen österreichische Unternehmen zwar auf, sie erreichen in Summe aber nur 73 % des Leistungsniveaus der Innovation Leaders.

So nutzten 2024 knapp 20 % – und damit rund doppelt so viele wie noch 2023 – der österreichischen Unternehmen ab zehn Beschäftigten mindestens eine KI-Technologie. Das liegt zwar über dem EU-Durchschnitt, aber unter dem Niveau der europäischen Innovation Leaders Dänemark, Schweden, Finnland und Niederlande, wo rund ein Viertel der Unternehmen KI einsetzt. Auch bei der hochrelevanten Verwendung von KI in Forschung und Entwicklung hinkt Österreich mit nur 3,8 % der Unternehmen hinter Spitzenländern wie Finnland oder den Niederlanden (> 6 %) her. Zudem nimmt die Anzahl der Unternehmen, die keinen Nutzen im Einsatz von KI sehen, im Gegensatz zu den Innovation Leaders und den EU27 zu.

Vor allem kleinere Unternehmen tun sich schwer, KI strategisch in ihre Prozesse zu integrieren. Als wichtige Gründe dafür werden rechtliche Unsicherheiten und fehlendes Fachwissen, aber auch unzureichende Datenqualität und technische Inkompatibilität wahrgenommen. Es mangelt nicht an der Technologie selbst, sondern an Strukturen, Know-how und klaren Rahmenbedingungen. Österreich sollte gezielte Unterstützung im Bereich der Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz anbieten, damit Unternehmen –insbesondere die vielen kleinen und mittleren Betriebe – sie besser zu ihrem Vorteil nutzen können. Das inkludiert Hilfestellungen beim Wissenstransfer, um Mut zur Innovation zu machen.

Wettbewerbsfähigkeit in Forschung, Technologie und Innovation ist das Fundament für Wachstum, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit.
Thomas Henzinger

„Wettbewerbsfähigkeit in Forschung, Technologie und Innovation – insbesondere in transformativen Technologien wie Künstliche Intelligenz – ist das Fundament für Wachstum, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit. Nur wenn wir international vorne mitspielen und diese Technologien auch richtig nutzen, können wir Wohlstand sichern, auf globale Herausforderungen agil reagieren und europäische Eigenständigkeit im Hochtechnologiesektor vorantreiben. Wissenschaft und Innovation sind die Garanten dafür, dass Österreich resilient bleibt, neue Arbeitsplätze schafft und als attraktiver Standort für Talente und Unternehmen wahrgenommen wird“, bekräftigt Thomas Henzinger, Vorsitzender des FORWIT, die Bedeutung von Forschung, Technologie und Innovation.

Die vollständigen Analysen und Ergebnisse aller 18 Bereiche des FTI-Systems sind ab sofort im FTI-Monitor 2025 abrufbar. Eine Executive Summary ist als PDF verfügbar.

Über den FTI-Monitor

Mit dem FTI-Monitor leistet der FORWIT einen wesentlichen Beitrag für evidence-based policymaking in Österreich und bildet die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Forschungs-, Technologie- und Innovationssystems im internationalen Vergleich ab. Visualisierungen der zeitlichen Entwicklung und langfristiger Veränderungen sowie Trends, Input/Output-Leistung und Erreichungsgrade der Ziele der FTI-Strategie 2030 liefern Akteur:innen und politischen Entscheidungsträger:innen eine Grundlage für strategisch und systemisch wirksame Entscheidungen und Handlungen. Da sich die Bundesregierung in ihrer FTI-Strategie 2030 das Ziel setzte, Österreich bis zum Jahr 2030 zu einem Innovation Leader zu machen, dient der Durchschnitt der aktuellen Innovation Leaders im European Innovation Scoreboard (EIS) als Benchmark. Außerdem kann Österreich in Vergleich zu den EU27 und den globalen Top 3 des jeweiligen Bereichs gesetzt werden.

https://forwit.at/wp-content/uploads/2025/05/ftim25-presentation-hero.jpg 900 1600 Martin Wagner https://forwit.at/wp-content/uploads/2025/10/FORWIT_Logo_Pfeil_kurz_weiss-1.svg Martin Wagner2025-05-26 14:37:162026-07-10 11:12:03FTI-Monitor 2025: Österreichs Wettbewerbsfähigkeit in FTI

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