FZÖ 2026: Quanten, Exzellenz und europäische Partnerschaften
Mit einem Antragsvolumen von knapp € 133 Millionen überstieg die Nachfrage die in diesem Jahr aus Budgetgründen stark reduzierten Mittel von € 75 Millionen deutlich. Der Fonds Zukunft Österreich (FZÖ) kann daher nur einen Teil der eingereichten Projekte unterstützen. Insgesamt empfiehlt der FORWIT die Förderung von 6 Vorhaben. Schwerpunkte liegen auf dem Austrian Quantum Cluster (AQC), Programmen zur Stärkung exzellent bewerteter, bislang nicht finanzierter Forschungsprojekte und Europäischen Partnerschaften.
Anlässlich seiner Empfehlung an die Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung, die die Mittel vergibt, betont der Rat einmal mehr die Notwendigkeit einer langfristigen Absicherung des FZÖ mit den im Regierungsprogramm verankerten € 200 Mio. pro Jahr und regt dazu auch die Prüfung alternativer Finanzierungsquellen an.
Empfehlung zur Mittelverwendung 2026: Austrian Quantum Cluster, „Seal of Excellence“ und europäische Partnerschaften
Nach eingehender Evaluierung der Anträge empfiehlt der Rat, zwei Projekte in der Linie„EU-Partnerschaften“ mit € 24,5 Mio., zwei in der Linie „Seals of Excellence“ mit € 14 Mio. und zwei in der Linie „Schlüsseltechnologie-Infrastrukturen und Ökosystemaufbau“ mit € 36,5 Mio zu fördern.
Mit € 30 Mio. soll ein Gutteil der Fördermittel an den Austrian Quantum Cluster (AQC) gehen, ein strategisches Mega-Cluster-Vorhaben mit zehnjährigem Horizont, das zur Bündelung österreichischer Stärkefelder im Bereich Quantentechnologien und Photonik – einem Schlüsseltechnologiefeld der Industriestrategie Österreich 2035 – beitragen soll.
Des Weiteren empfiehlt der FORWIT die Förderung des Vorhabens Clinical Trials Austria (ACT), eingebracht durch die LBG, im Umfang von € 6,5 Mio. Damit sollen dezentrale Infrastrukturen gebündelt und Synergien geschaffen werden, um u.a. Studienstarts zu beschleunigen und die Studienaktivität durch Matchmaking von Industriepartnern und Forscher:innen zu erhöhen.
Als einen effizienten wie wirkungsvollen Beitrag zur Förderung der österreichischen Spitzenforschung erachtet der FORWIT das Vorhaben zur Förderung von exzellenten Schlüsseltechnologieprojekten (FFG und aws, insgesamt € 8 Mio.), die das europäische Seal of Excellence erhalten haben, aber nicht finanziert werden konnten. „Dadurch können Forschungsprojekte durchgeführt werden, die vom ERC oder EIC Accelerator zwar als exzellent beurteilt, aufgrund fehlender Mittel aber nicht finanziert wurden“, erläutert Sonja Sheikh, Vorsitzende der Arbeitsgruppe FZÖ 2026. Aufwand für Screening, Begutachtung und Auswahl fällt zu großen Teilen weg und herausragende Projekte können so schneller starten.
„Der FORWIT unterstützt dieses Vorhaben, weil damit explizit der Transfer von Forschungsergebnissen in einer schwierigen bzw. kritischen Phase in Richtung Marktreife – eine Schwäche des österreichischen FTI-Systems – adressiert wird und ein Beitrag zur Gründung von Start-ups und Scale-ups geleistet wird“, so Sheikh.
Auch das vom FWF eingereichte Vorhaben, mit dem Seal of Excellence ausgezeichnete, aber nicht finanzierte ERC Starting Grants-Anträge über das nationale Programm „ASTRA-ERC“ zu fördern, wird zur Finanzierung mit € 6 Mio. empfohlen. „Dieses Vorhaben ist ein strategisch relevantes Instrument zur Stärkung der österreichischen Spitzungforschung und trägt dazu bei, Forscher:innen in einer entscheidenden Karrierephase zeitnah in der umsetzung ihrer exzellenten Projekte zu unterstützen“, begründet die stv. Vorsitzendes des FORWIT, Theresia Vogel, die Empfehlung.
Weitere € 24,5 Mio. werden für die Vorhaben von FFG und FWF empfohlen, mit denen die österreichische Partizipation in europäischen Forschungsprogrammen und -partnerschaften gewährleistet und ko-finanziert werden sollen.
FORWIT erwartet die vorgesehenen € 200 Millionen ab 2027
Die hohe Qualität der eingereichten Anträge verdeutlicht das beachtliche Potenzial und die Leistungsfähigkeit des Standorts Österreich. „Umso kritischer ist es zu bewerten, dass die reduzierten Budgetmittel für 2026 nicht ermöglichten, alle aus unserer Sicht relevanten Vorhaben zu berücksichtigen und zudem Anpassungen bei den beantragten Förderhöhen erforderlich waren“, so Theresia Vogel.
Vor diesem Hintergrund verbindet der FORWIT seine Empfehlung mit der Erwartung, dass ab 2027 wieder erweiterte finanzielle Spielräume in Höhe der vorgesehenen € 200 Mio. geschaffen werden, um die vorhandenen Potenziale umfassend freizusetzen und die strategischen Zielsetzungen in Forschung, Technologie und Innovation konsequent zu unterstützen.
„Im Interesse unseres künftigen Wohlstands und der österreichischen Wettbewerbsfähigkeit ist es notwendig, den FZÖ – wie von der Bundesregierung in ihrem Programm festgehalten – langfristig mit entsprechenden Mitteln abzusichern“, bekräftigt Sonja Sheikh.
Die vollständigen Details und Begründungen zur empfohlenen Mittelverwendung sind der heute veröffentlichten Empfehlung des FORWIT zu entnehmen.

Johannes Zinner/Parlament