Statement zur Freiheit von Wissenschaft und Forschung
In der fünften Sitzung des FORWIT und anlässlich der Entwicklungen in der US-amerikanischen Wissenschafts- und Forschungslandschaft, aber auch ähnlicher Tendenzen in Europa, verfasste die Ratsversammlung auf Initiative von Jörg Flecker ein Statement zur essenziellen Bedeutung der Freiheit von Wissenschaft und Forschung als Grundpfeiler einer demokratischen und zukunftsfähigen Gesellschaft:
„Die Freiheit von Wissenschaft und Forschung ist ein grundlegendes Prinzip offener Gesellschaften und ein zentraler Pfeiler liberaler Demokratien. Sie ermöglicht Unabhängigkeit der Wissensproduktion, freie Wahl von Forschungsfragen sowie die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen, unabhängig von Trends oder kurzfristigen Verwertungsinteressen. Wissenschaftsfreiheit lebt von der Autonomie wissenschaftlicher Institutionen, von rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen und von der Verantwortung, mögliche Auswirkungen wissenschaftlicher Erkenntnisse zu reflektieren. Sie ist Voraussetzung für Fortschritt, Innovation und eine lebendige Debattenkultur.
Gleichzeitig zeigen sich weltweit Entwicklungen, die die Wissenschaftsfreiheit herausfordern. Finanzielle Einschränkungen, ideologisch motivierte Einflussnahmen und strukturelle Veränderungen in wissenschaftlichen Institutionen gefährden die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre bereits in mehreren Staaten. Der Schutz der Wissenschaftsfreiheit ist eine gemeinsame Aufgabe von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Sie zu bewahren heißt, die Grundlagen einer offenen, lernfähigen und zukunftsorientierten Gesellschaft zu stärken.“

Johannes Zinner/FORWIT
FORWIT
Erik Cronberg, IVA