Schlagwortarchiv für: 2023

Der Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung beginnt seine Arbeit

Am 18. Dezember traten die Mitglieder des neu errichteten Expert:innengremiums für die Beratung der Bundesregierung zur konstituierenden Sitzung zusammen.

Der Ratsversammlung gehören zwölf national wie international ausgewiesene Expert:innen unter dem Vorsitz von Thomas Henzinger an. Der Rat wird die Bundesregierung strategisch und vorausschauend beraten und auf künftige Herausforderungen, Chancen und Risiken evidenzbasiert vorbereiten.

„In Zeiten der drängenden digitalen und grünen Transformation, aber auch vor dem Hintergrund geopolitischer Verwerfungen müssen wir entschieden und zielgerichtet handeln.“

Thomas Henzinger, Vorsitzender

„In Zeiten der drängenden digitalen und grünen Transformation, aber auch vor dem Hintergrund geopolitischer Verwerfungen müssen wir entschieden und zielgerichtet handeln. Dazu wird der Rat als unabhängiges Expert:innengremium den Entscheidungsträger:innen und Akteur:innen im FTI-System Grundlagen und Empfehlungen für ein zukunftsfähiges österreichisches Wissenschafts- und Innovationssystem in der europäischen Gemeinschaft – von der Grundlagenforschung bis zur Technologieentwicklung – liefern“, so Thomas Henzinger.

Über den Rat

Der Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung ist eine unabhängige Einrichtung des öffentlichen Rechts, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die österreichische Bundesregierung systematisch, unabhängig und fundiert in Fragen der Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik zu beraten. Die gesetzliche Grundlage liefert das Bundesgesetz über den Forschungs-, Wissenschafts-, Innovations- und Technologieentwicklungsrat (FWITRG). Die Mitglieder des Rates sind Thomas Henzinger (Vorsitz), Jörg Flecker, Dietrich Haubenberger, Georg Kopetz, Werner Lanthaler, Helga Nowotny, Johanna Pirker, Monika Ritsch-Marte, Sylvia Schwaag Serger, Sonja Sheikh, Barbara Stelzl-Marx und Theresia Vogel.

Bundesregierung bestellt neuen Forschungsrat als zentrales Beratungsgremium

Die Bundesregierung bestellt 12 Mitglieder für den neuen Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung – Thomas A. Henzinger wird Vorsitzender

Der Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung ist ein wichtiger Teil des Regierungsprogramms. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Rat wurden, wie von der OECD empfohlen, im Sommer 2023 geschaffen. Nun erfolgt die Bestellung der 12 Mitglieder für die Ratsversammlung, von denen 6 vom Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 4 von der Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie und ein Mitglied vom Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft bestellt wurde. Der Vorsitzende, Prof. Dipl.-Ing. DDr. H. c. Thomas A. Henzinger, wurde durch Bundeskanzler Karl Nehammer und den Vizekanzler Werner Kogler bestellt.

Ich gratuliere sehr herzlich und bin mir sicher, dass diese herausragenden Persönlichkeiten die zukunftsweisende Arbeit des Rates prägen werden.

Bundesminister Martin Polaschek, BMBWF

„Österreichs Wohlstand ist eng mit seiner Innovationskraft im Bereich Forschung und Wissenschaft verwoben. Damit unser Land auch in Zukunft ein Vorreiter in diesem Bereich sein kann, bedarf es weiterhin einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Forschungs- und Innovationspolitik. Durch die Zusammenlegung der bisherigen Gremien zu einem einzigen, zentralen Rat haben wir ein wichtiges Beratungsgremium geschaffen, das die Bundesregierung dabei unterstützen wird, fundierte Entscheidungen in diesen Bereichen zu treffen. Das BMBWF hat nun sechs exzellente Expertinnen und Experten als Rätinnen und Räte nominiert. Ich gratuliere sehr herzlich und bin mich sicher, dass diese herausragenden Persönlichkeiten die zukunftsweisende Arbeit des Rates prägen werden und freue mich auf die künftige Zusammenarbeit“, so Martin Polaschek, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

„Der Schutz unseres Klimas ist die große Herausforderung unserer Zeit – damit wir dabei Erfolg haben, brauchen wir auch Forschung und Innovation. Wir setzen auf eine transformative Innovationspolitik – also eine Politik, die die Forschung mit der Umsetzung zusammen denkt und damit schnellstmöglich wirkt. Der Rat ist dabei ein wertvolles Beratungsgremium für die Bundesregierung und erfüllt eine Scharnierfunktion. Er wird wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsergebnisse an die Politik kommunizieren und umgekehrt politische Fragestellungen in die Wissenschaft vermitteln“, betont auch Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

Der Rat ist eine unabhängige juristische Einrichtung des öffentlichen Rechts, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die österreichische Bundesregierung systematisch, unabhängig und fundiert in Fragen der Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik zu beraten. Durch die Zusammenlegung des Rats für Forschung und Technologieentwicklung und des Österreichische Wissenschaftsrats zu einem einzigen Rat wird eine bessere Koordinierung von Maßnahmen und eine effektivere Nutzung von Ressourcen möglich.

Die bestellten Mitglieder der Ratsversammlung

  • Jörg Flecker, Universität Wien
  • Dietrich Haubenberger, University of California San Diego/Neurocrine Biosciences
  • Georg Kopetz, TTTech
  • Werner Lanthaler, Evotec
  • Helga Nowotny, Gründungsmitglied und ehem. Präsidentin European Research Council (ERC)
  • Johanna Pirker, LMU Munich – Ludwig-Maximilians-Universität München/Technische Universität Graz
  • Monika Ritsch-Marte, Medizinische Universitaet Innsbruck
  • Sylvia Schwaag Serger, Lund University
  • Sonja Sheikh, ACR – Austrian Cooperative Research
  • Barbara Stelzl-Marx, Karl-Franzens-Universität Graz
  • Theresia Vogel, ehem. Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds

Herbstupdate des FTI-Monitors: Signifikante Veränderungen in Umwelt & Klima, Kreislaufwirtschaft

Signifikante Veränderungen in den Bereichen Umwelt & Klima, Kreislaufwirtschaft und Finanzierung, die Verbesserung in der Effektivität liegt in der wesentlich stärkeren Verschlechterung der Vergleichsländer.

Umwelt & Klima

Die stärkste negative Veränderung weist der Bereich Umwelt & Klima auf, primär getrieben durch die Verschlechterung Österreichs in den F&E-Ausgaben (sowohl in Prozent des BIP als auch in Prozent der GBAORD). Dass Österreich weiter hinter die Gruppe der Innovation Leaders zurückfällt, liegt allerdings nicht an einem Rückgang der ausgegebenen Mittel, sondern maßgeblich daran, dass Finnland seine Ausgaben zwischenzeitlich nahezu verdoppelt hat.

Kreislaufwirtschaft

Die deutliche Verbesserung des Bereichs Kreislaufwirtschaft ist auf Indikatoren zurückzuführen, die die ökonomische Wirkung beschreiben – wie etwa die Bruttoinvestitionen in Prozent des BIP. Allerdings handelt es sich bei dieser positiven Entwicklung um ein statistisches Artefakt, da Eurostat seit dem letzten Update des FTI-Monitors im Jänner 2023 für die Indikatoren zu Investitionen, Wertschöpfung und Beschäftigung eine andere Datengrundlage verwendet, die Indikatordefinitionen aber beibehalten hat.

Finanzierung

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Die indirekte Unternehmensförderung, die von 2019 auf 2020 signifikant stieg, setzte bereits im Update vom Jänner 2023 ihren Trend fort.

Verbesserungen gibt es außerdem in der Finanzierung: Hier hat sich die Unternehmensförderung gesamt weiter erhöht. Die indirekte Unternehmensförderung, die von 2019 auf 2020 signifikant stieg, setzte bereits im Update vom Jänner 2023 ihren Trend fort. Mittlerweile aktualisierte die OECD ihre Daten zur direkten Unternehmensförderung, wodurch die positive Entwicklung in der Unternehmensförderung gesamt nun noch stärker ausfällt.

Effektivität

Im Bereich Effektivität hat sich Österreichs Arbeitslosenquote relativ zu den Innovation Leaders deutlich gebessert, verantwortlich dafür ist jedoch der Umstand, dass sich jene der Vergleichsländer wesentlich stärker verschlechtert haben.

Neue Inhalte

Mit dem Herbstupdate wurden außerdem die Inhalte des FTI-Monitors erweitert: Um Nutzer:innen noch mehr Informationsgrundlage zur Kontextualisierung und Interpretation der Daten und Zusammenhänge zu bieten, wurde die Indikatorik der FTI-relevanten Sustainable Development Goals (SDG) und die Ziele des European Green Deal mit den korrespondierenden Bereichen des FTI-Monitors verknüpft.

Das nächste große Update des FTI-Monitors kommt 2024.

RFTE und Wissenschaftsrat werden zu FORWIT

Der neue Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (FORWIT) ist ein wichtiger Teil des Regierungsprogramms und wird systematisch, unabhängig und fundiert in Fragen der FTI-Politik beraten.

Am 1. Juli 2023 wurden der Rat für Forschung und Technologieentwicklung und der Österreichische Wissenschaftsrat entsprechend dem zugrundeliegenden FWIT-Rat-Errichtungsgesetz (FREG) aufgelöst und in den neu errichteten Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung überführt. Der FORWIT bündelt die Beratungskompetenz für die Bundesregierung in den Bereichen Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung. Die Ratsversammlung wird zwölf national wie international ausgewiesene Expertinnen und Experten umfassen, deren Auftrag es ist, die Bundesregierung zur Steigerung der Innovationskraft und der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreichs beratend zu unterstützen.

Das Gesetz sieht vor, dass die zwölf Mitglieder noch im Juli bestellt werden.

Die Geschäftsführung und die Mitarbeiter:innen der Geschäftsstelle arbeiten derzeit an der Umsetzung. In der Zwischenzeit sind sie aber selbstverständlich über die bisherigen Kontaktmöglichkeiten erreichbar.

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„Implementierungsfragen betreffend den Daten-Governance-Rechtsakt der EU“

Der rechtswissenschaftliche Bericht untersucht zentrale Fragen der notwendigen (optimalen) innerstaatlichen Implementierung betreffend den Daten-Governance-Rechtsakt (DGA) der EU in Österreich.

Nachstehende Darlegungen sollen in erster Linie soweit wie möglich zur Ausleuchtung oder Klärung der gestellten Fragen beitragen; zum anderen sollen auch perspektivische Anregungen zu einer soliden Implementierung des DGA gewonnen werden. Dabei wird eine möglichst systemische Betrachtungsweise gewählt, um die zentralen Dreh- und Angelpunkte auf dem Weg zu einer produktiven und voll funktionalen Datenwirtschaft nach state of the art im Auge zu behalten.

Zu zentralen Implementierungsfragen wird entweder pragmatisch (gedacht für die kurzfristige Umsetzungsebene – unter gegebenem Zeitdruck im Hinblick auf das volle rechtliche Wirksamwerden des DGA) und/oder perspektivisch (gedacht für weitere Optimierung, vor allem mit mittel- und langfristigem Horizont) Stellung genommen.

Österreichische Flagge vor der Flagge der Europäischen Union
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„Implementierungsfragen betreffend den Daten-Governance-Rechtsakt der EU“

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„Zukunft der Bildung im Kontext von Digitalisierung und Chancengerechtigkeit“

Die Studie addressiert einige wichtige Fragen der Bildung der Zukunft, vor allem hinsichtlich der optimalen Vermittlung der digitalen Kompetenzen an österreichischen Schulen.

Dazu wurden auch Einschätzungen der wichtigsten Kompetenzen und bestehenden Kompetenzlücken durch Expert:innen und Arbeitgeber:innen eingeholt. Neben der Skizzierung von Chancen und Herausforderungen im Zusammenhang mit der digitalen Grundbildung und der Digitalisierung des Unterrichts sowie der künstlichen Intelligenz (s. Kapitel 5) wurden 28 Strategie- und Handlungsempfehlungen formuliert (s. Kapitel 4.5), welche bei Implementierung alle vier Wirkungsziele des österreichischen Schulsystems stärken können.

In digitaler Sicherheit und digitalem Problemlösen bestehen Schwächen

Dieses Projekt war jedoch nur ein erster systematischer Schritt in einem sehr kleinen Rahmen. Viele Fragen und Desiderate sind noch zu klären. Allen voran stellt sich die Frage nach reprästentativer valider Evidenz zur momentanen Ausprägung der digitalen Kompetenzen bei österreichischen Schüler:innen. Die IKTH-Daten der Statistik Austria deuten darauf hin, dass junge Menschen in Österreich zwischen 16 und 20 Jahren zwar kompetent im Bereichen Digitale Kommunikation und Zusammenarbeit sind, jedoch in den Bereichen Digitales Problemlösen und Weiterlernen sowie Digitale Sicherheit deutliche Schwächen bestehen (s. Kapitel 4.2).

Bedarf an neuen Messinstrumenten und Definitionen

Diese Ergebnisse sind jedoch nur ein erster Schritt, da nach Nutzungshäufigkeiten und nicht nach Wissen gefragt wurde, und sollten durch valide Daten reproduziert bzw. ergänzt werden. Dafür müssen einerseits die Definitionen digitaler Kompetenzbereiche nachgeschärft werden und andererseits Messinstrumente entwickelt und validiert werden. Obwohl dieser Prozess langwierig ist und vieler Ressourcen bedarf, ist er unumgänglich, um eine seriöse Datengrundlage zu schaffen, von welcher der konkrete Bedarf und Unterrichtserfolg abgeleitet werden können.

Den Digital Divide reduzieren

Der Bedarf am Erwerb digitaler Kompetenzen sollte sowohl für die Schüler:innen als auch für die Erwachsenen in Österreich identifiziert werden, um langfristig Chancengleichheit in der Nutzung digitaler Medien für das eigene (Berufs-)Leben herzustellen und den Digital Divide der zweiten und dritten Ebene zu reduzieren.

Digitale Kompetenz alleine reicht nicht

Dieses Projekt fokussierte weitgehend auf (die Vermittlung von) digitale(n) Kompetenzen im österreichischen Schulsystem. Die Vermittlung digitaler Kompetenzen allein wird jedoch nicht ausreichen, um junge Menschen für die Zukunft zu wappnen. Expert:innen nannten vor allem auch die persönliche, soziale und Lernkompetenz (in der Begrifflichkeit der Schlüsselkompetenzen zum lebenslangen Lernen der Europäische Kommission; 2006) und die sich damit stark überschneidenden 4K (Kompetenzen in Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritischem Denken) der Nonprofit-Organisation Partnership for 21st Century Learning (P21) als kritische Zukunftskompetenzen, die es in der Schule zu stärken gilt (s. Kapitel 4.1).

Forschungsausblick

Dabei bleiben die Fragen offen, wie diese optimal im Unterricht vermittelt werden können und wie diese zur Chancengleichheit der Schüler:innen beitragen können. Diesen „blinden Fleck“ zu schließen leistet der vorliegende Bericht einen ersten Beitrag. Das vorliegende Projekt ist idealerweise aber nur der Beginn systematischer Forschungsvorhaben mit validen Daten, die zukunftweisende Erkenntnisse für das österreichische Bildungssystem bringen sollten.

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„Zukunft der Bildung im Kontext von Digitalisierung und Chancengerechtigkeit“

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