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Unibudget nur Teil der Rechnung: Welche Hochschulen braucht Österreich?

26. Mai 2026 — News

derknopfdruecker.com

Die in den Medien kolportierte Einsparung des Budgets für Österreichs 23 öffentliche Universitäten in der Leistungsvereinbarungsperiode 2028-30 hat einen Entrüstungssturm hervorgerufen. Die Debatte dreht sich ausschließlich um einen Verteilungskampf. Sie unterstreicht damit unfreiwillig, wie wichtig die Ausarbeitung einer langfristigen Hochschulstrategie bleibt. Sonst droht die wesentliche Frage unterzugehen: Welche Hochschulen braucht Österreich?

Finanzierung ist nur ein Teil der Rechnung: Leistungsfähigkeit der Hochschulen erhöhen

„Doch Finanzierung ist nur ein Teil der Rechnung: es kommt auch darauf an, wie treffsicher die öffentlichen Mittel eingesetzt werden.“
Thomas Henzinger

Österreich hat starke wissenschaftliche Forschung und bildet Fachkräfte auf hohem Niveau aus. Eine Bundesregierung kann es sich nicht leisten, Forschung und Wissenschaft keine Priorität zu geben. Hochschulen tragen wesentlich zum Demokratieverständnis und zur sozialen Kohäsion wie auch zum Wohlstandsniveau und zur Wettbewerbsfähigkeit des Landes bei, betont FORWIT-Vorsitzender Thomas Henzinger. „Doch Finanzierung ist nur ein Teil der Rechnung: es kommt auch darauf an, wie treffsicher die öffentlichen Mittel eingesetzt werden. Wie wir in unserer Analyse zuletzt festgestellt haben, ist das österreichische Hochschulsystem nicht so leistungsfähig wie in vergleichbaren Ländern. Eine bloße Fortschreibung aller Budgets würde daran wenig ändern.“

Strukturelle Defizite: Studienrecht, Versäulung, Budgetverteilung und Karrierepfade

Es gibt einige Besonderheiten im Hochschulsystem, die sich Österreich ohne erkennbaren Grund und zu unser aller Nachteil leistet. Dazu gehört ein Studienrecht an den Universitäten, das zu einer im internationalen Vergleich einzigartigen Unverbindlichkeit führt, was negativ sowohl auf die soziale Gerechtigkeit als auch auf die Abschlussquote wirkt. Oder eine Finanzierungslogik, die nicht nur andere Politikfelder querfinanziert (Stichwort: Gesundheitssystem), sondern auch davon ausgeht, dass das staatlicherseits zur Verfügung gestellte Budget in immer gleichen Anteilen an die jeweiligen Einrichtungen verteilt wird. Oder eine Versäulung, in der das Gegeneinander der Hochschulsektoren stärker betont wird als das Gemeinsame für die Republik. Oder ein Anreizsystem, mit dem internationale Studierende in Österreich auf Kosten der Steuerzahler finanziert werden, nur um sie danach möglichst vom heimischen Arbeitsmarkt fernzuhalten. Oder Karrierestrukturen für Wissenschaftler:innen, die Prekariat und Hierarchien einzementieren, anstatt im internationalen Wettbewerb erbrachte wissenschaftliche Leistungen zu belohnen.

„Weiter wie bisher“ keine Option: Zukunftsgerechte Hochschulstrategie dringend erforderlich

„Nichts wäre so gefährlich wie eine Verwahrlosung der Hochschulen durch die Politik, wie sie sich anderswo abzeichnet.“
Theresia Vogel

„Die Bundesregierung hat sich ein vernünftiges Ziel gesetzt, nämlich das gesamte österreichische Hochschulsystem in Hinblick auf derzeitige und zukünftige Herausforderungen fit zu machen. Nichts wäre so gefährlich wie eine Verwahrlosung der Hochschulen durch die Politik, wie sie sich anderswo abzeichnet“, warnt die stellvertretende Vorsitzende Theresia Vogel. Die geplante Hochschulstrategie muss daher höchste Priorität behalten. Ein „Weiter wie bisher“, wie es sich viele wünschen, wird den enormen demografischen, technologischen und geopolitischen Herausforderungen nicht gerecht werden.

Die FORWIT-Analyse zeigt klare Handlungsoptionen auf. Insbesondere in Zeiten finanzieller Knappheit warnt der FORWIT davor, eine Diskussion der Hochschulbudgets zu führen, ohne gleichzeitig eine grundlegende Systemreform voranzutreiben. Das Hochschulsystem umfasst dabei nicht nur die öffentlichen Universitäten. Die Republik, insbesondere das BMFWF und die Vertreter:innen aller betroffenen Institutionen, haben die Verantwortung, eine zukunftsgerechte Hochschulstrategie auf Schiene zu bringen, die die Gesamtleistung der österreichischen Hochschulen in Lehre, Forschung und Wissenstransfer erhöht.

https://forwit.at/wp-content/uploads/2026/05/jfu76zu29.jpg 900 1600 Martin Wagner https://forwit.at/wp-content/uploads/2025/10/FORWIT_Logo_Pfeil_kurz_weiss-1.svg Martin Wagner2026-05-26 07:00:202026-07-10 11:10:05Unibudget nur Teil der Rechnung: Welche Hochschulen braucht Österreich?

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